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Maylo

Maylo war über zwei Jahre im Tierheim Bogáncs in Ungarn. Niemand wollte ihn – weil er Herzprobleme und Ataxieanfälle hatte. Das war vermutlich auch der Grund, weshalb er abgegeben wurde.

Eines Tages drückte mir ein Mitarbeiter des Tierheims eine Leine mit Maylo daran in die Hand und bat mich, mit ihm spazieren zu gehen. Ich kenne das Tierheim recht gut, doch dieses Zimmer – beziehungsweise den Duschraum – hatte ich bis dahin noch nie betreten. Zwei Jahre lang war dieser Duschraum sein Zuhause.

Ich war sofort in den kleinen Mann verliebt, und er durfte zu uns kommen.

Das Zusammenleben mit den anderen Hunden war für dich akzeptabel, aber am liebsten wärst du wohl Einzelprinz gewesen. Leider, lieber Maylo, konnte ich dir das nicht bieten – es gibt einfach so viele Hunde, die einen Gnadenplatz suchen. Doch du durftest neben meinem Bett schlafen. Ins Bett wolltest du nie.

Du warst eigentlich immer an meiner Seite. Wenn ich hinausging, warst du bei mir. Wenn ich am Tisch saß, lagst du zu meinen Füßen. Du hast dich an mich „angedockt“, ganz nah, und es hat mich nie gestört. Du warst ein so angenehmer Begleiter – auch wenn du eigensinnig und manchmal ein wenig stur warst.

Ich liebte es, wie drollig du gelaufen bist. Deine Ohren – beziehungsweise dein eines Ohr – hüpfte dabei immer auf und ab.

Deine Anfälle waren schwer mitanzusehen. Ich kannte das nicht, und helfen konnte man dir nicht – außer bei dir zu bleiben und zu warten, bis es vorbei war. Eines Tages hattest du einen besonders heftigen Anfall. Er ging vorüber. Doch in der Nacht hörte dein Herz auf zu schlagen.

Lebe wohl, mein lieber Maylo. Wir werden uns wiedersehen. 🤍

Und das Foto habe ich ganz bewusst ausgewählt – es passt so sehr zu dir.