Aus Bulgarien bist du als junge Hündin zu uns gekommen und gehörtest zu meinen ersten eigenen Hunden. Schon in der Schweiz warst du an unserer Seite, und 2018 durftest du mit uns auswandern.
Du warst eine so liebe, sanfte und unkomplizierte Hündin. Nie hast du Ärger gemacht. Du warst einfach da – still, bescheiden und so leise, dass man dich manchmal fast übersehen konnte. Und doch war deine ruhige Präsenz immer spürbar.
Nicht leise warst du allerdings am Zaun – da konntest du Vollgas geben, wenn dir jemand zu nahe kam. Und einmal hast du einen Hund gebissen, weil er unsere kleine Ria bedrängte. Das konntest du nicht dulden. Deine Mutterinstinkte gingen mit dir durch, auch wenn Ria nicht dein eigenes Baby war. Leider musste der andere Hund zum Tierarzt, und es gab eine Verwarnung – sollte so etwas noch einmal passieren, hättest du einen Maulkorb tragen müssen.
Doch die Besitzer des gebissenen Hundes waren sehr verständnisvoll. Zum Glück haben sie erkannt, dass du nur beschützen wolltest.
Dann kam dieser eine Tag, der alles viel zu plötzlich beendete. Wie jeden Tag waren wir bei den Pferden und Ponys. Es war immer harmonisch gewesen – die Hunde jagten die Pferde nicht, und umgekehrt gab es nie Probleme. Doch an diesem Tag hast du, ohne dass ich die Situation genau gesehen habe, einen Huftritt abbekommen.
Sofort war klar, dass wir in die Klinik fahren müssen. Aber leider war es zu spät. Du bist noch im Auto verstorben.
Niemand wünscht sich einen solchen Abschied. Ich kann es nicht rückgängig machen, so sehr ich es mir auch wünschen würde.
Was wir daraus gelernt haben: Pferde und Hunde sind nie mehr gemeinsam auf der Weide – niemals wieder. Die Pferde einzeln, die Hunde separat.
Verzeih mir, meine liebe Lou. Ich wollte das alles nicht und hätte besser aufpassen müssen.
Wir werden uns wiedersehen. Danke für die Zeit mit dir, für dein stilles Wesen, für deine Liebe.
Du bleibst für immer als wundervolle, sanfte Hündin in unserem Herzen. 🤍