0041 77 466 28 45

info@tierheimseelen.com

Boro

Boro

Boro

Grundinformationen

Rasse: Mischling
Geschlecht: Männlich
Geburtstag: 03/2012
Größe / Gewicht: 60cm, 45kg
Hund aufgenommen: 2020
Spezielles: blind
Pate: offen

Beschreibung

Ich weiß nicht, wo Boro seine ersten Jahre verbracht hat, wahrscheinlich auf der Straße, denn sein Ohr ist markiert – der untere Teil wurde abgeschnitten, was darauf hindeutet, dass er kastriert und wieder in die Freiheit entlassen wurde. Im Jahr 2018 kam er in ein Tierheim südlich von Ungarn. Lange habe ich seinen Beschreibungstext vom Tierheim durchgelesen; er hatte sogar eine Patin und lebte mehrere Jahre mit einer Hündin zusammen in einem Zwinger. Boro wurde als sehr schwierig beschrieben, und eines Tages las ich, dass er bald erblinden würde. Mein Herz brach, und ich konnte nicht anders, als ihn zu uns zu holen, bevor seine Welt in Dunkelheit gehüllt wurde. Er sollte noch die Gelegenheit bekommen, unser Grundstück und unser Haus in voller Sicht zu erleben. So durfte er das Tierheim 2020 verlassen und kam mit etwa acht Jahren zu uns. Er war und ist ein wunderschöner, kräftiger und imposanter Hund.

Wie soll ich ihn beschreiben? Es ist schwierig, denn er ist wirklich kein einfacher Begleiter. Ich glaube, er hat traumatische Erfahrungen gemacht. Meine Vermutung ist, dass er sexuell missbraucht wurde. Man kann ihn kaum anfassen; nur vorsichtig streicheln über den Kopf ist möglich. An seinen Ohren sollte man besser nicht fummeln, und am Rücken, sowie an seinem hinteren Körperteil ist das Berühren absolut tabu.

Es gab sehr herausfordernde Zeiten, und anfangs hatte ich oft Angst vor ihm. Mehrmals wurde ich umgeworfen, als er auf mich losging. Er drohte mir mit gefletschten Zähnen, aber zum Glück hat er nie, wirklich nie, zugebissen! Ich weiß heute nicht mehr, wie ich das alles durchgestanden habe. Ich bin wohl ein wenig verrückt und wollte nicht aufgeben; ich wollte ihm einfach eine Chance geben. Ich muss zugeben, dass ich ihn einmal zurückgeben wollte, weil ich überfordert war. Zum Glück war das nicht möglich, und so setzten wir unseren Weg fort, Schritt für Schritt, um Vertrauen aufzubauen.

Einmal geriet er mit einem anderen Hund in Streit, und ich stürzte mich in den Kampf, um sie zu trennen. Ich weiß, dass man das nicht tun sollte, aber ich konnte nicht anders. Bis heute ist das so! Er erwischte meinen Arm, ließ aber sofort los, als er seinen Fehler bemerkte. Seit diesem Vorfall weiß ich, dass ich ihm zu 100 Prozent vertrauen kann und er mir ebenfalls. Unser Verhältnis ist etwas ganz Besonderes, und ich liebe ihn sehr. Er geht auch nur mit mir spazieren. Ich hätte ihn gern als jungen Hund bekommen, denn er ist einfach wunderbar – sehr intelligent und dennoch sanft. Ich bewundere ihn dafür, wie er sein Leben im Dunkeln meistert.

Mit der Zeit wurde Boro auch absolut verträglich mit anderen Hunden. Natürlich muss ich immer darauf achten, dass kein dominanter Rüde sich mit ihm anlegt; ich glaube, er würde nach wie vor als Sieger vom Platz gehen. Bei Hündinnen ist er sehr beliebt – ja, er ist auch ein Prachtkerl!

Mittlerweile haben wir ihn ein wenig aus der großen Hundefamilie herausgenommen, und er hat seinen Platz im Hauseingang, wo er allein sein kann. Das passt ihm sehr gut, denn er war überfordert von so vielen Hunden um ihn herum. Wenn ein Hundekumpel zu nah an seinem Bett vorbeiging, schoss er auf wie eine Rakete und zog drohend die Lefzen hoch. Das war wirklich beängstigend! Im Frühling bis Herbst steht die Haustür offen, und er kann rein und raus, wie es ihm gefällt. Dann läuft er über die etwa 3000 m², abgetrennt von den anderen Hunden. Es ist jedoch nicht so, dass er nicht mit den anderen Hunden zusammen sein kann; das funktioniert schon, aber nur unter Aufsicht. Draußen stehen einige Obstbäume – Birnen-, Apfel- und Zwetschgenbäume – und wenn die Früchte reif sind und herunterfallen, holt er sich so einiges davon. Er lebt gesund, auch wenn ich darauf achten muss, dass er nicht zu viel frisst, besonders wegen des Zuckers, und dass die Früchte nicht überreif sind, um den Alkoholgehalt zu vermeiden. Vielleicht liegt es an den vielen Früchten, dass er trotz seines Geburtsjahres 2012 vor guter Gesundheit strotzt. Im Sommer sieht man ihn auch öfters in unserem Fischteich, stehend im kühlen Wasser.

Es wäre schön, wenn er noch eine Patenschaft bekommen würde. Gerne werde ich von ihm monatlich berichten.

Für Anfragen zu einer Patenschaft nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.