Merlin kommt aus Rumänien und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Der kleine Hundemann hatte einst ein Zuhause in der Schweiz, doch leider war er dort sehr schwierig zu halten. Die vielen Umweltreize der zivilisierten Welt überforderten ihn: Er bellte Menschen an, insbesondere Männer, griff Fahrräder an und zuletzt waren sogar Kinder nicht mehr sicher vor ihm. Er wurde unberechenbar, trotz aller Bemühungen, ihm zu helfen, einschließlich privater Trainingseinheiten bei einem Hundetrainer. Ich vermute, dass man ihn viel zu früh von seiner Mutter getrennt hat, sodass er seine ersten Wochen und Monate ohne die nötigen Umweltreize aufwachsen musste.
Deshalb war es für alle Beteiligten ein Segen, dass wir ihn nach Ungarn mitnehmen konnten. Hier lebt er in einer ruhigeren Umgebung, weit weg von den überfordernden Reizen. Allerdings ist es auch heute noch so, dass ich ihn beim Spaziergang festhalten muss, wenn uns jemand entgegenkommt, denn er bellt immer noch und geht nach vorne. Zum Glück begegnen wir nicht allzu oft anderen Menschen, da wir in der Natur leben, umgeben von wunderschönen Wäldern und weiten Wiesen.
In unserer großen Hundegruppe kommt er gut zurecht, abgesehen von einem Feind: Balla. Oh mein Gott, die beiden Rüden sind so oft aufeinander losgegangen, dass ich es kaum noch zählen kann. Zu oft musste ich in die Klinik fahren, um Verletzungen versorgen zu lassen. Natürlich habe ich alles versucht, dass die zwei irgendwie miteinander oder nebeneinander leben können. Balla sollte eigentlich weitervermittelt werden. Einmal war er sogar kurz zur Probe bei jemandem zu Hause, aber das war unmöglich: Er drehte völlig durch, sprang gegen die Fensterscheibe, bellte ununterbrochen und wollte nur zurück zu mir. Schließlich war ich gezwungen, aufzugeben und herauszufinden, wie die beiden in einer friedlichen Koexistenz leben können.
Heute, halleluja, läuft es besser zwischen den beiden. Sie sind älter geworden und glücklicherweise weiser. Es gibt keine Kämpfe mehr, und ich bin so dankbar dafür!
Doch Merlin hat gesundheitlich mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Er hinkt oft, hat Arthrose und sein Rücken ist ebenfalls geschwächt. Natürlich wurde er in der Klinik von einem Spezialisten untersucht, aber sein Körper ist einfach abgenutzt. Wir haben viele Medikamente für ihn probiert, doch leider zeigen sie keine Wirkung; es ist, als ob sie keinen Unterschied machen. Trotzdem hoffe ich, dass er noch eine Weile bei uns bleiben kann, denn tief in seinem Herzen ist er ein lieber Hund, der sein Leben in vollen Zügen genießt.
Möchte jemand für Merlin trotzdem noch Pate oder Patin werden? Ich würde mich freuen, monatlich von ihm zu berichten und Fotos sowie Videos aus seinem Leben zu teilen. Merlin hat so viel Liebe zu geben, und ich möchte sicherstellen, dass er die Unterstützung hat, die er verdient.