Auch kleine, reinrassige Hunde bleiben von einem Aufenthalt im Tierheim oft nicht verschont. Viele von ihnen müssen ein bedrückendes und nicht artgerechtes Leben führen, geprägt von Missbrauch und dem Egoismus mancher Menschen. Sie werden als süße, kleine Kuscheltiere betrachtet, die ins Leben der Menschen passen sollen, ohne Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse.
Doch nun möchte ich euch von Elfi erzählen. Wie so oft besuchte ich das Tierheim Bogancs, als ich Barbara, eine liebe Tierheimmitarbeiterin sah, die Elfi auf dem Arm hielt. Ich hörte mich sagen: „Diese kleine Maus würde ich sehr gerne übernehmen“. Barbara informierte mich jedoch, dass Elfi bereits vergeben sei und an diesem Wochenende auf Probe vermittelt würde. Erleichterung und Enttäuschung mischten sich in mir, denn ich hatte schließlich schon viele (oder vielleicht sogar zu viele) Hunde.
Das Schicksal wollte es anders: Am Montag darauf erhielt ich eine Nachricht von Barbara, dass die Vermittlung nicht geklappt hatte und ich Elfi nun übernehmen dürfe. Oh, wie groß war meine Freude! Ich bin mit zwei Dackeln aufgewachsen und kenne mich daher gut mit dieser Hunderasse aus, die nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist.
Elfi zog bei uns ein und stellte sofort am ersten Tag ihre Regeln auf, insbesondere im Umgang mit Jupiter, meiner Katze. Doch da ich äußerst darauf bedacht bin, dass Jupiter in Ruhe gelassen wird, machte ich Elfi deutlich, dass sie sich benehmen muss. Und sie verstand schnell und ließ Jupiter in Frieden. Heute schlafen die beiden nebeneinander, manchmal sogar in demselben Bettchen – ein Bild für die Götter!
Das Krallen schneiden ist zwar eine Herausforderung, aber ich betrachte es als Teil meiner Verantwortung für Elfi. Es ist einfach eine kleine Baustelle, die wir gemeinsam angehen müssen. Leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir helfen kann (ich habe bereits zwei Personen gefragt), um ihre viel zu langen Krallen zu kürzen. Es scheint, als wären sie noch nie geschnitten worden, und ihre Zehen stehen ein wenig krumm. Wenn sie beißt, ist das nicht gerade angenehm – dieser kleine „Teufel“ hat es wirklich in sich!
Doch was Elfi nicht wusste: Ich habe eine starke Entschlossenheit, und die Gesundheit geht vor. Die Krallen mussten einfach gekürzt werden. Schließlich gelang es mir, dies alleine zu bewältigen, auch wenn sie mich dabei biss. Ich habe ihr klargemacht, dass sie nicht nur Respekt, sondern auch Vertrauen in mich haben kann.
Ein weiterer Charakterzug von Elfi ist, dass sie mit vier Jahren noch nicht stubenrein ist. Entweder wurde sie völlig falsch gehalten, oder sie hat ihren Willen durchgesetzt, bis der vorherige Besitzer verzweifelt war. Ich vermute, das könnte einer der Gründe für ihre Abgabe gewesen sein, auch wenn ich es nicht genau weiß. Es erfordert viel Geduld, besonders weil sie es macht, wenn man nicht hinsieht. Sie ist schlau, und es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, welcher Hund immer den Boden vollpinkelt. Gemeinsam mit Elfi kamen noch zwei weitere Hunde zu mir, und normalerweise dauert es eine Weile, bis neue Hunde stubenrein sind. Besonders problematisch ist es, wenn einer reinmacht, denn dann wird natürlich darüber markiert. Das Verhalten zeigen oft die Hunde, die direkt aus dem Tierheim kommen. Es ist nicht leicht, mit so vielen Hunden im Haus zu leben, aber ich möchte es nicht anders, denn sie sind alle vollwertige Familienmitglieder.
Elfi ist wirklich ein kleines Goldstück, und ihr Dackelcharme hat mich vollkommen verzaubert. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich ihr Pinkelverhalten in unserem Haus dulde. Wir arbeiten daran, und ich bin fest entschlossen, mit Konsequenz und einem noch stärkeren Willen das hinzubekommen. Darauf hoffe ich wirklich!
Elfi hat bei uns ihr Zuhause gefunden und blüht jeden Tag mehr auf. Manchmal denke ich zwar: „Bin ich verrückt so einen kleinen Frechdachs aufzunehmen?“ Elfi macht in die Wohnung, beißt gelegentlich und gehorcht nicht immer sofort – und doch habe ich mich völlig in sie verliebt. Mein Herz springt vor Freude, wenn ich sie sehe, und ich liebe es, sie zu streicheln und Zeit mit ihr zu verbringen. Ist das nicht seltsam? Ich fühle mich, als wäre ich von einem kleinen Zauber befallen! Kann jemand nachvollziehen, was ich meine?!
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