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Robo und Sämi

Von euch beiden habe ich gelernt, dass es auch so etwas wie falsche Tierliebe gibt.

Robo, der dunkle Hund war nur eine sehr kurze Zeit bei uns – seinem Alter geschuldet. Sein ganzes Leben hatte er im Tierheim verbracht, und nur wenige Wochen durfte er noch bei uns erleben. Zwar ist er in dieser kurzen Zeit etwas aufgeblüht, doch die lange Reise und die große Umstellung waren letztlich zu viel für ihn.

Sämi, der helle Hund hatte einst ein Zuhause in Deutschland, musste dieses jedoch wieder verlassen. Auf Bitte der Tierschutzorganisation, aus der er ursprünglich kam, wurde ich gefragt, ob ich ihn aufnehmen würde.

Noch nie zuvor habe ich einen Hund gesehen, der körperlich so stark eingeschränkt war. Sämi konnte kaum selbstständig laufen. Immer wieder kippte er um und musste aufgehoben werden. Sein Rücken und seine Beine waren steif, jeder Schritt fiel ihm schwer. Wenn er sich bewegte, dann nur in winzigen Schritten und nur über wenige Meter. Sein Kopf, sein Wesen, sein Geist – all das war klar und wach. Es war sein Körper, der schwer krank war.

Natürlich haben wir ihn zunächst beobachtet, ihm Zeit gegeben, gehofft. Tagsüber war er still. Doch nachts hörte man seine Schreie. Es war kaum auszuhalten – so voller Schmerz.

Für mich war irgendwann klar: Er bat darum, von seinem Leiden erlöst zu werden. Heute weiß ich, dass genau das der Grund war, warum er zu uns kam. Es gibt Menschen, die diesen letzten Schritt aus Angst oder Unsicherheit nicht gehen können. Doch ein Leben um jeden Preis zu verlängern, obwohl es nur noch aus Schmerz besteht, ist keine Liebe – es ist falsche Tierliebe.

Wir baten den Tierarzt, zu uns nach Hause zu kommen. Es war ein wunderschöner Abend. Wir wählten den Platz am Teich. Die Sonne stand bereits tief, ihre Strahlen fielen warm durch die Bäume. Eine friedliche, fast feierliche Stimmung lag in der Luft. So durften beide – jeder zu seiner Zeit – sanft und in Würde ihre letzte Reise antreten.

Ich danke euch von Herzen für eure Begegnung. Durch euch durfte ich lernen und verstehen.

Wir sehen uns wieder, meine lieben Freunde. 🤍